Huus Quell, Gonten – Ein Happy Place für drei
Meine Frau hat einen „Happy Place" (oder auch mehrere, wie ihr vielleicht mittlerweile herausgefunden habt). Einen Ort, von dem sie mir oft erzählt hat, seit wir uns kennengelernt haben. Ihren schönsten Solo-Urlaub verbrachte sie im Hotel Bären in Gonten, Appenzell. Damals noch das schönste 3-Sterne-Hotel der Schweiz, so hiess es.
Im Sommer 2024 wollte sie mir diesen Ort endlich zeigen. Mit ein bisschen Abenteuer verbunden, sollte es unser erster gemeinsamer „Langstrecken"-Ausflug auf meiner Harley werden.
Leider war bereits nach 30 Kilometern Schluss. Ein Streik der Elektronik.
Seitdem ist viel passiert. Rund um das ehemals schönste 3-Sterne-Hotel der Schweiz. Inzwischen gibt es gegenüber dem Huus Bären das Huus Löwen. Und in zweiter Reihe zum Bären hat seit dem 15. Oktober 2025 ein neues Leading Hotel of the World eröffnet: Huus Quell.
Von aussen: Erhaben, imposant und trotzdem von Schweizer Zurückhaltung geprägt.
Zu meinem diesjährigen Geburtstag sollte es nun also klappen.
Der zweite Versuch – dieses Mal zu dritt
Nicht als Überraschung, darauf versteht man sich in der Familie meiner Frau nicht so gut. Aber deshalb eine nicht weniger schöne Idee. Und Vorfreude ist schliesslich die schönste Freude. Oder geteilte Freude ist doppelte Freude (oder dreifache Freude). Du weisst schon.
Dieses Mal mit dem Auto und dem Chief Happiness Officer, Bailey.
Meine Frau hatte mir nicht zu viel versprochen. Das Appenzell war mir bislang vor allem aufgrund des gängigen Autokennzeichens AI ein Begriff – meist ein Hinweis auf Mietwagen. Doch schon als wir kurz vor der Ankunft und nach einigen kurvigen Strassen aus dem Nebel herausfuhren und die zum Teil noch schneebedeckten Wiesen und Berge links und rechts von uns auftauchten, war es gleich wieder um uns geschehen.
Könnte das hier unser nahegelegenes „Südtirol" werden?
Die Ankunft – und Bailey schnüffelt Kunst
Wir fahren vors Huus Quell. Ein netter Page begrüsst uns schon von Weitem. Beim Aussteigen ruft er uns mit einem breiten Grinsen zu: „Auf Sie habe ich schon gewartet."
So schön. Wir hatten auch auf diesen Moment gewartet – den Beginn meines Geburtstagswochenendes.
Bailey springt aus dem Auto und schnüffelt als Erstes Kunst. Entlang der Hotelfassade: viele bunte Herzen, gestaltet von Künstlern aus aller Welt und Teil eines Spendenprojekts für das St. Galler Frauenhaus. Hoteleigentümer Jan Schoch unterstützt das Projekt zusätzlich grosszügig aus eigener Tasche. Ein starkes Signal. Noch bevor wir das Hotel betreten.
Das liebste Ritual – Ankommen
Nun aber endlich zu unserem liebsten Ritual: dem Ankommen.
Gemeinsam mit Bailey betreten wir das Hotel, und das hinterlässt Spuren. Nicht nur in unseren Gesichtern – da ist es wieder: dieses beseelte Lächeln darüber, hier genau richtig zu sein –, sondern auch auf dem nagelneuen Echtholzboden.
Überhaupt ist hier alles nagelneu. Das riecht man nicht nur, das sieht man auch. Die hellen Teppiche, die beigen Sessel. Nichts möchte man betreten, berühren, geschweige denn sich irgendwo raufsetzen. Und um Gottes willen, Bailey sollte am besten noch eine Extrarunde über den braunen Teppich im Vorraum des Eingangs drehen.
Die Wintersonne fällt zu den Milchglasscheiben hinein und taucht die Lobby in wunderbar warmes Licht. Das Spiel aus Licht und Schatten ist Balsam für die Seele. Ebenso die liebevolle Umsorgung des Teams.
Wir werden ermuntert, doch bitte Platz zu nehmen. Nachdem wir im Vorfeld online eingecheckt haben, ist der Abgleich der Daten nur noch rein Proforma. Und so bleibt mehr Zeit für den warmen Ingwertee mit fermentiertem Honig, begleitet von Schweizer Schokolade.
Mmhhh.
Die Hausführung – oder: 30.000 Flaschen und ein Barrique-Fass
Der nette junge Mann an der Rezeption begleitet uns auf unser Zimmer. Zum Glück nicht auf direktem Weg. Wir machen Halt im Spa.
Einer befindet sich im Untergeschoss mitsamt der Behandlungsräume und textilfreien Saunen sowie mit Zugang zum Spa-Aussenbereich. Ein zweiter im Dachgeschoss.
Der Rooftop Spa verfügt über einen Pool mit Gegenstromanlage, einen Infinity Pool, zwei Panorama-Saunen und Tauchbecken, großzügigen Yoga-Raum und Kamin-Lounge. Tagesbetten und Liegen drumherum.
Neben dem Spa im Untergeschoss: der größte Weinkeller der Schweiz mit über 30.000 Flaschen.
Von hier aus schaut man hinab in etwas, das einen an ein Barrique-Fass erinnern soll. Am Grund des Fasses: ein runder Esstisch, eingedeckt für circa acht Personen.
Der erste Gedanke meiner Frau, laut ausgesprochen: „Hier möchte ich nächstes Jahr meinen 40. Geburtstag feiern."
Warum nicht?
Feng Shui, Metallvorhänge und hängende Kräuter
Im Huus Quell ist alles nach Feng Shui eingerichtet. Die Materialien bewusst ausgewählt, überall eine Verbindung zur Natur.
Die Botanicum Bar mit natürlichem Licht, das durch Vorhänge mit Metallanteil bricht. Das hoteleigene Logo verbirgt sich mehrfach im Stoff. Die Kräuter, die zur Zubereitung der hauseigenen Cocktails verwendet werden, hängen hier von der Wand.
Das Auge für das Besondere, die Liebe zum Detail – sie ist offensichtlich.
Das Zimmer – und Bailey's Wassernapf in der Dusche
Als wir unser Zimmer betreten, ist Bailey zwar schnell durch mit der Besichtigung – zur Schonung des Holzbodens platzieren wir seinen Wassernapf vorsorglich in der Dusche –, aber jeder Quadratmeter fühlt sich so herrlich wohnlich an.
Der Lieblingsplatz meiner Frau: die Bank im Fensterrahmen mit Blick über die verschneiten Wiesen.
Bailey fühlt sich auch wie zu Hause. Und vermutlich würde er sich wie im Hunde-Wellness-Paradies fühlen, verstünde er das Dog's Menu – gedruckt auf eine Holzplatte, angereicht mit dem Hundebett, einem Spielknochen aus Stoff und zwei Näpfen samt Silikon-Tropfschutzmatte.
Zwei Tage zwischen Spa, Wandern und kulinarischen Hochgenüssen
Die kommenden zwei Tage sind ein Mix aus ein wenig Spa, Wandern – mitsamt feinem Picknick im vom Hotel liebevoll gepackten Wanderrucksack –, Stadtrundgang durch Appenzell – einfach ein süsses Schweizer Städtchen mit mehr Konditoreien als Einwohnern, so hat man den Eindruck – und natürlich kulinarischen Hochgenüssen.
Als Hotelgast hat man die Qual der Wahl. Während die Hotels offiziell in 3-, 4- und 5-Sterne kategorisiert sind, erlebt man in jedem der Restaurants nicht nur erstklassigen Service, sondern auch Speisen und Getränke auf Sterneniveau.
Die Vielfalt reicht von bodenständiger Schweizer Hausmannskost bis hin zum asiatisch inspirierten Sharing-Menü.
Die Weinbegleitung wählt man aus einer Karte so schwer wie ein Brockhaus. Aber in den guten Händen der herrlich charmanten Sommelière Julia fällt die Wahl nicht schwer.
Das Konzept ist einfach clever: Die Hotels sind unterirdisch miteinander verbunden, das Team überall zur selben Zeit – so der Eindruck als Gast. Wirklich jeder einzelne Mitarbeiter teilt die Leidenschaft des Eigentümers Jan Schoch für dieses aussergewöhnliche Hotelprojekt inmitten der Appenzeller Alpen.
In jeder Konversation ist die Begeisterung spürbar. Und das macht einfach Freude.
Und Bailey? Er wird ab Tag 1 mit Namen angesprochen und den Vierbeinern anderer Hotelgäste mit ebendiesem vorgestellt.
Er liebt die Aufmerksamkeit. Und die Überreste des Picknicks.
Geburtstagskuchen mit flüssigem Kern
Zum Geburtstagsfrühstück überrascht man mich im Restaurant mit kleinem Schokoladenkuchen – mit flüssigem Kern, einer Kerze und einem Glas Rosé-Champagner.
Leider ist es gleichzeitig unser Abreisetag. Aber meine Frau und ich sind uns sicher:
Dieses Hotel rangiert von nun an sehr weit oben auf der Liste der zu empfehlenden Adressen.
Warum wir darüber schreiben
Das Appenzell ist nah. Näher, als man denkt. Und das Huus Quell ist ein Ort, an dem man versteht, warum manche Menschen von „Happy Places" sprechen.
Es geht nicht darum, weit zu reisen. Es geht darum, richtig anzukommen.
Jan Schoch hat mit dem Huus Quell nicht einfach ein Hotel gebaut. Er hat eine Vision umgesetzt: Verbindung zur Natur, Liebe zum Detail, Leidenschaft fürs Gastgebersein. Und das spürt man. In jedem Gespräch, in jedem Material, in jedem Moment.
Genau solche Orte suchen wir bei Ritual Society. Orte, die nicht inszenieren, sondern leben. Wo Gastfreundschaft nicht Routine ist, sondern Haltung.
Und manchmal findet man sie direkt vor der Haustür.
Huus Quell, Gonten, Appenzell Innerrhoden. Eröffnet am 15. Oktober 2025. Leading Hotel of the World. Architektur nach Feng Shui, Materialien bewusst ausgewählt. Zwei Spas (Untergeschoss + Rooftop), größter Weinkeller der Schweiz (30.000+ Flaschen), drei Restaurants über die Huus-Hotels verteilt. Hundefreundlich mit Dog's Menu. Wandern, Langlauf, autofreier Urlaub möglich dank Regionalbahn. Ideal für Paare (mit oder ohne Hund), die Ruhe, klare Ästhetik und echte Gastfreundschaft suchen. Februar 2026.